1. Die Mission: Immersive 3D-Welten für alle
Die Ausgangslage
Im Rahmen eines Projekts der Stiftung Innovation in der Hochschullehre an der Technischen Hochschule Aschaffenburg sollte eine adaptive Lernumgebung geschaffen werden. Die Herausforderung: Wie bringt man immersive 3D-Welten zu Studierenden, ohne dass diese High-End-PCs besitzen oder Apps installieren müssen?
Meine Rollen im Team 3D
Ich habe in diesem Teilprojekt zwei zentrale Perspektiven eingenommen und aktiv gestaltet:
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Product Owner (Konzeption & Planung):
- Steuerung der Entwicklung mit agilen Methoden (Scrum).
- Strategische Ausrichtung auf eine reine Web-Lösung (WebXR) für maximale Zugänglichkeit im Browser.
- Abstimmung der Autoren-Anforderungen ("Was brauchen Lehrende?") mit den technischen Möglichkeiten.
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Developer (Umsetzung):
- Wechsel in die aktive Entwicklung, um an professionellem Software-Engineering in der Engine-Architektur mitzuwirken.
- Umsetzung der Core-Features mit Babylon.js und React.
2. Die Lösung: Ein räumliches Informationssystem
Wir haben keine statischen Level "gebaut", sondern ein System entwickelt, das Daten dynamisch in Raum übersetzt. Es ist im Kern ein räumliches Informationssystem für Lerninhalte.
Vom Datensatz zum Raum
Das Autorentool liefert didaktische Strukturen als abstrakte Daten (JSON). Meine Aufgabe war es, diese Daten zu interpretieren und in Echtzeit eine begehbare Welt daraus zu generieren.
- Data-Driven: Die 3D-Welt ist die visuelle Repräsentation einer zentralen Datenquelle.
- Abstimmung: Die Definition robuster Schnittstellen war entscheidend. Wir mussten sicherstellen, dass das, was Autoren konfigurieren, technisch performant als 3D-Raum darstellbar ist.
3. Integration & Technik
Ein "Insel-System" bringt im Bildungsbereich wenig. Daher lag der technische Fokus auf nahtloser Einbettung und sauberer Architektur.
- Backend-Integration: Anbindung an das Learning Management System (LMS) Moodle zur Datenpersistenz.
- Clean Architecture: Einsatz moderner Design-Patterns, um Wartbarkeit und Erweiterbarkeit der Engine zu garantieren.
- Tech-Stack: Eine Symbiose aus 3D-Rendering (Babylon.js) und reaktiven Web-Komponenten (React), optimiert für Tablets und Laptops.
4. Ergebnis & Impact
Das Projekt beweist, dass Web-Technologien heute leistungsfähig genug sind, um komplexe Daten räumlich erlebbar zu machen.
- Auszeichnung: Das Projekt wurde 2025 auf der LEARNTEC mit dem delina Award (Kategorie Hochschule) ausgezeichnet.
- Mein Takeaway für Lukaio: Die Arbeit an Projekt Adler hat gezeigt, wie man abstrakte Informationen in intuitive, räumliche Erlebnisse verwandelt. Genau diese Kompetenz – Daten räumlich sichtbar zu machen – ist der Kern meiner heutigen Arbeit bei Lukaio.